DER ARTLITERAT Michael Zimmermann
DER ARTLITERAT Michael Zimmermann
AUSSTELLUNGSKATALOG KUNST, TECHNIK & DESIGN

Fragen an den `ARTLITERAT´ Michael Zimmermann

 

Andreas Schüller:  Zur Michael Zimmermann Ausstellung „Kunst, Design und Technik“ in der Galerie LATERNE, die am 11. März ihre Vernissage hat und bis  Mitte Mai läuft,  machen wir, wie immer, ein Interview mit dem Aussteller, um sein Lebensumfeld besser kennenzulernen und  die Arbeitsweise und die Arbeiten nachhaltiger zu verstehen.   Das Gespräch wird bei Radio T gesendet und  verkürzt in der Kunstzeitung LATERNE abgedruckt.   

Michael, du bist  ähnlich wie Beuys über den Rhein gegangen und  von Düsseldorf erst nach Chemnitz und nun nach Dresden gewechselt. Was hat sich bei dir durch den Ortswechsel verändert, ist deine Arbeitsweise und dein Daseinsempfinden anders geworden? 

Michael Zimmermann: Es ist allumfassender geworden - auch durch die neuen globalen Medien hat sich viel verändert - besonders durch Facebook. Ich  habe im Netz die Kulturgemeinschaft & den Artliterat-Club gegründet.  Da sind Verlage, Ateliers, Kunstvereine, Schauspieler, Künstler usw integriert, mit denen man sich gegenseitig austauscht und gemeinsame Projekte planen kann. Beuys hat die  „Soziale Plastik“ erfunden, die wollte ich weiter pflegen als schöngeistige Infrastruktur und  durch den Austausch mit Künstler sowie kulturinteressierten Menschen das kulturelle Erbe weiter pflegen. Es sind konstruktive Energien und diese  Energien verhindern destruktive Energien. Durch das Kunstverständnis und das schöngeistige Empfinden beschäftigt man sich mit einem Schaffensprozess, man ist kreativ. Durch diese Kreativität wird der Geist geformt. Destruktive Energien wie Krieg, Hass, Neid usw. werden durch die positive Arbeit an gemeinsamen Projekten ausgeschlossen. So bekämpft man die destruktiven Energien. Das ist ein Ziel, das ich verfolge, auch mit der Kulturgemeinschaft.

Andreas Schüller: Du hast den Weg andersherum gewählt als Penck, der Freund deines Lehrers Jörg Immendorff,   ersterer ist  von Dresden aus nach Düsseldorf aufgebrochen. Beide haben  die deutsch-deutsche Frage  in ihren Arbeiten  thematisiert. Spielt diese Vergangenheit in deinem jetzigen Wirken und Denken eine Rolle.

Michael Zimmermann: Ich muss immer daran denken, wie Joseph Beuys die damalige DDR- und BRD-Fahne zusammengenäht hat. Das war ein Prozess, der durch die Arbeit von Beuys, Penck und Immendorf  letztlich zur Wiedervereinigung geführt hat.  Weil die Menschen durch die Kunst und die Kultur wachgerüttelt wurden, auch im politischen Sinne, das vereinte Volk wieder zurückzuführen und den Prozess der Wiedervereinigung zu bilden. Das ist wie ich vorhin gesagt habe eine konstruktive Energie, die wiederum positive Ergebnisse erzielt. In diesem Sinne spreche ich von der ARTLITERAT-Skulptur. Symbiosen sind sich gegenseitig befruchtende Partnerschaftsprozesse in der Natur. Als ARTLITERAT will ich die darstellende Kunst und die Literatur miteinander verbinden, um diese schöngeistige Symbiose plastisch greifbar werden zu lassen. 

Andreas Schüller: Was ist aus deiner Sicht die „Soziale Plastik“?

Michael Zimmermann: Die Idee der sozialen Plastik von Beuys ist, dass man in jedem Menschen  Kultur und Kunst finden kann. Er sagte: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“ Wir sind im Bilde Gottes geschaffen und Gott ist ein Schöpfer, also ist jeder Mensch kreativ - Sie wissen oft nicht, dass sie meinetwegen in der Chemie, der Kunst, der Fotografie etc. genial sind.  Wenn man dies aber fördert und positive Energien ausstrahlt, die Menschen dafür begeistert, dann können diese verborgenen Schätze hervorgehoben und geborgen werden.  Beuys hatte Angst, dass diese kulturellen Diamanten im Verborgenen bleiben.  Das sie nicht hervorgehoben werden. Deswegen provozierte er auch, um zumindest kulturell interessierte Menschen an die Kunst heranzuführen. Die soziale Plastik sollte plastisch werden im Gestaltungsprozess.  Wenn man nur von etwas redet, dann ist es noch nicht plastisch. Wenn man aber gestalterisch mehrere kulturelle Formen miteinander verbindet, dann wird die Sache plastisch. Deswegen spreche ich von der ARTLITERAT-Skulptur.

Andreas Schüller:  Das waren die Dinge, die sofort auf mich wirkten, als ich dich und deine Arbeiten betrachte. 

Michael Zimmermann: Es gibt ja Künstlergruppen, in den viel entstanden ist. In Düsseldorf gab es die Mutter Ey. Die hatte eine Bäckerei und die Künstler waren oft arm und konnten nicht essen und nicht trinken.  Die Mutter Ey hat ihnen umsonst die Backwaren gegeben und dann haben die Künstler ihr die Bilder gebracht. Dadurch ist eine tolle Kunstsammlung entstanden. Dieser soziale Gedanke ist eine wichtige Fassette, die ich gerne verfolge in der Kunst.  In diesem Sinne habe ich auch eine kulturelle WG  mit einem Schüler von Hundertwasser und einem anderen Künstler  gegründet. Wir haben dann auf der Kö in Düsseldorf gemalt im „Wiener Kaffee“  und hatten dann auch Ausstellungen.  Dies hat sich rumgesprochen und wir hatten danach viele Aufträge.  Unser Atelier sah dann aus wie eine Schreinerei. Wir haben Fenster und Türen bemalt, um die Kunst ins Heim zu holen.  Damals schon in den siebziger hatten wir das Designinteresse, das man  Kunst und Kultur auch vielfältig gestalten kann. So haben wir viele Türen und Fenster bemalt, was sich in der Ausstellung in der LATERNE interessanter Weise wieder reflektiert, wo wir mit der Pulverbeschichtungstechnik arbeiten. Dort zeigen wir Heizkörper, Flächen,  Metalle, Holz und andere Materialien die mit der Pulverbeschichtungstechnik bearbeitetwir das Designinteresse, das man  Kunst und Kultur auch vielfältig gestalten kann. So haben wir viele Türen und Fenster bemalt, was sich in der Ausstellung in der LATERNE interessanter Weise wieder reflektiert, wo wir mit der Pulverbeschichtungstechnik arbeiten. Dort zeigen wir Heizkörper, Flächen,  Metalle, Holz und andere Materialien die mit der Pulverbeschichtungstechnik bearbeitet sind. Damit können sich die Menschen die Kunst ins Haus holen. Deswegen ist der Titel der Ausstellung: „Kunst, Design und Technik“.

Andreas Schüller: Was hat die Ausbildung bei Jörg Immendorff aus deiner Sicht für dich gebracht, wie hat er dich beeinflusst  und was hat er dir mit auf den Weg gegeben? Welche Hinweise für die Arbeit?

Michael Zimmermann: Ich war vielseitig unterwegs. Ich bin literarisch unterwegs gewesen, habe ein Buch geschrieben, in der Musikbranche gearbeitet. Aber alles hat seine Grundformen bei Jörg Immendorff. Er hat immer heraus kitzelt die Dinge von verschiedenen Perspektiven aus zu sehen. Auch gründlicher in die Tiefen zu gehen. Interessant war z.B: einen Stein zu malen, in dem man ihn mit dem Bleistift, von innen nach außen malt.  Tatsächlich hat diese ganz banale, aber wirksame Form eine gestalterische  gute Beschaffenheit der Zeichnung gebracht. Dieses Experimentieren ist mir immer noch geblieben. Auch jetzt in Fototechnik, Filmtechnik und im literarischen, z.B. das Zusammenwirken von Darstellender Kunst mit Worten, mit Wortgemälden. Als Kaufmann hat man dann noch den kaufmännischen Gedanken, dass man auch marketingtechnisch arbeiten kann. Deswegen bin ich jetzt auf die Verbindung gekommen mit der Industrie, die auch den Gedanken spannen fand Kultur und Technik zu verbinden, genauso wie es Beuys und Andy Warhol  taten. Sie wollten die Kunst vervielfältigen, nicht um sie abzuwerten, sondern um sie  den Menschen zugänglich zu machen. Das hat sich als fruchtbar erwiesen. 

Andreas Schüller: Nun schließen sich zeitlich hier viele Texte an, neben kleineren Arbeiten ist dein Roman „Die bunten Farben meines Regenbogens schmecken bitter“ besonders zu benennen. Bitte beschreibe einmal für Zuhörer und Leser dieses Buch.

Michael Zimmermann: Es ist eine Mischung aus Gefühlen und Wünschen die man hat, aber auch selbsterlebten Dingen  die man miteinander verwoben hat, um einen Roman zu schreiben. Die bunten Farben eines Regenbogens können die Facetten eines Lebens sein. Man hat verschiedene Lebensformen - Höhen und Tiefen. Der Sinn des Buches ist es, jede einzelne Farbe des Regenbogens zu genießen, denn das Ende des Regenbogens kann bitter sein, wenn dies z.B. Demenz ist. Die Hauptfigur erlebt sehr viel z.B. Woodstock, ist in der Kunstgeschichte mit Beuys integriert. Dort wir aufgegriffen, wie er sich für seine Schüler eingesetzt hat. Noch gegen Rau, der damals  Kultusminister in NRW war. Es wurde die Akademie besetzt und die Zweigstelle Münster gegründet.  Beuys hat dann seine Lehrstelle verloren, weil er alle Schüler durchboxen wollte.  Das wird in diesem Roman  auch mit verarbeitet - bis diese Realität mit einer ungewollten Phantasie gemischt wird, der Demenz. Die Titelheldin wird mit dieser Demenz konfrontiert und verarbeitet das Erlebte mit den Erlebnissen in dem Heim. Der Schluss ist wie bei Romeo und Julia - der Mann, in den sie sich in Amerika verliebt, kommt erst im Tod mit ihr zusammen. Der Sinn des Buches: man soll die schönen Tage genießen, solange man sie noch hat - man soll nicht Hadern und die Schatten suchen sondern die bunten Farben.

Andreas Schüller: Es gibt weitere kleinere Texte ich zitiere einmal: 

Verborgene Schätze in den Tiefen unseres Inneren ruhen
Liebliche Vibrationen gehüllt in den Stimmen anmutiger Sirenen kitzeln sie hervor
Bilden Werke für die Ewigkeit, Monumente von Ruhm
Eine schöngeistige Kulturepoche steigt aus dem Verborgenen empor

Das ist die erste Strophe aus dem sagen wir mal Poem Verborgene Schätze…
Wo siehst du die  schöngeistige Kulturepoche emporsteigen?

Michael Zimmermann: Wir sind doch hier in Deutschland das Volk der Dichter und Denker. In verschiedenen Epochen hat das immer weiter geführt. Es ist nicht nur eine Epoche gewesen.  Das Volk hat sich immer weiter befruchten lassen von Goethe, von Schiller, von Lessing, von Heine  und wie sie alle heißen. Auch in der Bildenden Kunst gibt es viele Künstler die auf vieles verzichtet haben um der Kunst zu dienen. Das Schöngeistige ist zu verstehen, dass man die Schätze der Emotionen, die in einem schlummern, versucht gestalterisch  am  Leben zu erhalten und für die Ewigkeit festzuhalten. Ein Künstler hat immer das Bestreben etwas für die Nachkommen zu erhalten und sozusagen geistige Nachkommen zu schaffen.  Geistige Nachkommen sind schöngeistige Prozesse die im inneren stattgefunden haben, welche man nach Außen gekehrt sozusagen  manifestiert hat.  In Büchern oder Bildern geformt stehen sie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Das sind sehr schöne Ziele für Künstler. 

Andreas Schüller: Da gibt es noch den Text „Eine Klobürste macht Karriere“.  Er ist von einer ähnlichen Idee getragen - die Überwindung des Dunklen durch Heraufbeschwören des Hellen mit einem entschiedenen: „Es werde Licht“ ich zitiere:
Mag es in deinem Leben noch so aussichtslos aussehen, das es schwer zu ertragen ist, lass
den Mut nicht sinken, irgendwann wird sich, wenn du es nur willst, alles ändern und ein Lächeln in dein Leben zaubern.
Ist das ein Credo, eine Lebensentschluss, auf dunkle Tage hin?

Michael Zimmermann: Es ist wichtig, dass Menschen nicht aufgeben sollen. Sie sollen ihren Lebesleitfaden so gestalten, dass man befriedigt darauf zurückblicken kann. Man soll sich durch andere Menschen, durch Umstände nicht davon abhalten lassen, diese glücklich Sein, dieses kreative Sein zu wollen. Ich zitiere nochmals Immendorff. Er hatte RLS, er war so schwer gelähmt, dass er an einen Atemapparat angeschlossen war.  Er hat sich den Pinsel an den Arm festbinden lassen, um weiter zu malen. Der künstlerische Schaffensprozessgedanke, der war ihm nicht zu nehmen. Er hat gesagt: „Mit jedem Atemzug, den ich noch führe, möchte ich kreativ sein.“ Er ist ja für uns nicht tot,  sondern durch seine Schaffensprozesse hat er sich einen Namen gemacht.  

Andreas Schüller: Was bedeute „Das unfreiwillige Gasthaus“, kannst du den Lesern
beschreiben worum es da geht?

Michael Zimmermann:  Das ist das Gefängnis. In einem Gefängnis ist man, wenn man Pech hat, auch durch Unschuld oder durch Fehler, die man hinterher bereut.  Dort wo man gar nicht rein möchte, denn dieses Gasthaus hat eiserne Stäbe, man ist nicht mehr frei, es wird alles vorgegeben  - man wird aber bewirtet. Ein Armer unter der Brücke, der friert, hat aber den Freiheitsgedanken, er lebt dort lieber als irgendwo in Formen gepresst zu werden. Und das unfreiwillige  Gasthaus hält einen zwar am Leben, aber  tötet den Geist.  Es tötet die innere Welt der Kreativität. Das war so mein Gedanke mit denn ich mich beschäftigt hatte.  

Andreas Schüller: In Chemnitz ist die Serie „Kunst durch Zerfall“ entstanden.  Vielleicht sagst du mal ein paar Worte zu diesem Projekt: wie hast du gearbeitet, was war die Idee?

Michael Zimmermann:  Chemnitz war für mich eine kleine Wunderwelt. In Düsseldorf sind die Immobilienpreise  sehr hoch, weil man durch den Mangel sehr wenig Wohnraum findet. Hier, in Chemnitz,  gibt es noch sehr viele Ruinen, die unerschlossen sind und abgerissen werden.  Ich habe sehr viele ganz tolle Ruinen besichtigt und dort diese  Wunderwelten entdeckt. Wenn sich Strukturen bilden durch den Zerfall, da können solche Formen entstehen, die haben was von einer gewollten Installation. Oft sind auch industrielle Güter und Werkzeuge hinterlassen worden. Große Fabrikhallen haben einen besonderen Charme wenn Lichteinfälle dort hinein geraten. Man stellt  sich mal vor, die Industriealisierung ist noch gar nicht so lange her. Man ist wie in einer Zeitmaschine, und staunt, dass das was damals Fortschritt war, nun schon wieder zerfallen und  Vergangenheit ist, und durch diesen Prozess sich aber nun die Kunst gebildet hat. Viele dieser Situationen sind durch die Fotos und deren Bearbeitung der Nachwelt hinterlassen,  weil ein Großteil dieser Ruinen bis jetzt abgerissen worden sind. 

Andreas Schüller:  Ich glaube mit diesen Fotografien hast du dich in der Chemnitzer Szene vorgestellt und ich denke auch beeindruckt.  Dabei ist es zu einer Zusammenarbeit mit der Firma WOBECK Pulverbeschichtung aus Stollberg gekommen.   Ein Teil der Ausstellung in der LATERNE  wird mit von dieser Firma ausgerichtet.  

Andreas Schüller:  Ein weiteres Projekt das entstanden ist, das ist das ARTLITERAT-Projekt:  hier werden Bild und Text in eine  Form zusammengefügt. Wobei die Texte  extra stehen, oder vorgetragen werden müssen. Es ist aus meiner Sicht eine Art Bildbeschreibung, eine Hilfe für den Betrachter oder ist es mehr?

Michael Zimmermann: Das ist eine Symbiose zwischen Darstellender Kunst mit Wortgemälden. Jedes steht für sich allein. Wenn man aber diese Sachen miteinander verbindet, werden sie plastisch, weil sie ineinander aufgehen.  Die Wortgemälde lassen sich ein auf die Dargestellte Kunst. Sie bilden eine plastische Skulptur und helfen den Menschen auf dem Weg  die Sicht des Künstlers zu verstehen. 

Andreas Schüller: Du hast in letzter Zeit eine  Reise in die USA gemacht. Wo warst du und was war aus künstlerischer Sicht am interessantesten?

Michael Zimmermann: Die Reise hieß „Höhepunkte des Westens in den USA“.  Es war so vielschichtig, so vielseitig, dass kann man wirklich nicht in Worte fassen.  Es ging von Las Vegas  bis  zum Grand Canyon bis San Franzisco und LA mit Hollywood…. und und.  Es waren Monumental-Gefühle von der Landschaft. Die habe ich festgehalten in Film und Foto. Ich habe diese Reise schon einmal gemacht und die ist mir ewig haften geblieben, deswegen  habe ich sie noch einmal unternommen, ich wollte sie unbedingt meiner Frau zeigen.  Die Gegend war künstlerisch sehr interessant, weil es dort ganz tolle Lichtspiele gibt, wo phantastische Bilder entstanden sind.  Ich habe einen Teil bearbeitet und ein Teil wird auch in der Ausstellung zu sehen sein. Bisher habe ich aber nur an der Oberfläche gekratzt. Es gibt noch einen riesigen Fundus an Fotos.

Andreas Schüller:  Die letzten fotografischen Überarbeitungen die ich von dir gesehen habe neigen  sehr zum Ornament.  Symmetrische Mehrfachspiegelung bilden eigene Objekte, fast unabhängig vom Ausgangsfoto.  Wenn man sich von der Natur entfernt, kommt man fast automatisch zum Ornament. Fehlen  dir in Dresden die zerfallenen Häuser? 

Michael Zimmermann: Nein im Gegenteil, ich schätze gerade an Dresden, dass man älter Häuser wieder so aufbaut wie sie mal waren. Dresden ist ein Schmuckkästchen geworden und es erinnert mich an meine Heimat: Düsseldorf. 

Die Arbeit mit dem Ornament ist wieder eine experimentelle Form, diese Harmonie mit wiederkehrenden Spiegeln eine interessante Gestaltungsmöglichkeit durch Ordnung. 

Andreas Schüller: Was interessiert dich in der Malerei und was wirst du zeigen?

Michael Zimmermann: In der Malerei interessiert mich der Gedanke aus der zweiten Dimension in die dritte zu kommen: aus dem Bild Elemente herauskommen zu lassen.  Gedanken durch plastische Formen zu bekräftigen. Den Gedanken herausarbeiten. 

Andreas Schüller: Nun gut, was hast du als nächstes vor und was wirst du in der Ausstellung in der LATERNE zeigen?

Michael Zimmermann: Ich erstelle jetzt gerade einen Kunstfilm zu den Eindrücken der Amerika-Reise und den will ich dann in einer Art-Literat-Skulptur zur Vernissage zeigen.  Mir ist das lieber ich möchte nicht von einem Laudator gelobt werden, ich möchte meine Arbeit den Menschen direkt vorstellen. Das ist für mich ein interessanter Aspekt.

Andreas Schüller: Was empfiehlst du jungen Leuten, die heute Kunst machen wollen, zuerst zu tun?

Michael Zimmermann: Sie müssen genau wissen was sie wollen. Sie sollen in Gedankenprozessen erst einmal festhalten, was kann ich alles ausschöpfen in der Kunst.  Fahre ich mich an einer Sache fest, betreibe ich diese kontinuierlich oder bereite  ich durch Experimente für andere den Wege vor in man neue Aspekte entdeckt.  Wie kann ich die Kultur mit gestalten, aber auch interessant gestalten, dass es nicht ein Einheitsbrei wird, sondern meine persönliche Handschrift zur Vielschichtigkeit beiträgt.  Einen guten Künstler erkennt man sofort an seiner Handschrift.  Jeder solle sich eine Strategie entwickeln, wie er das, was er erreichen möchte, auch erreicht.

Andreas Schüller: Wir danken für das Gespräch

 

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